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alle beiträge 26. Dezember 2008

Weihnachten in Peru

Unsere „erste“ Weihnachtsfeier in Lima, Peru, findet im Waisenhaus Hogar de Vida statt. Wir wollen 50 mit Aids erkrankten Kindern das Weihnachtsfest versüßen. Dazu haben wir im Vorfeld verschiedenste Geschenke gekauft. Die Kinder sind zwischen 2-14 Jahren alt, da muss man sich schon was einfallen lassen…

Als wir im Heim ankommen, verschwinde ich schnell im Medikamentenzimmer des Hauses. Jetzt wird aus einem Abenteurer ein richtiger Weihnachtsmann! Ich lege mir das rote Filzkostüm an. Zum Schluss kommt der weiße Bart ins Gesicht. Dann kann es los gehen. Die Kinder toben vor Freude, als ich den Raum betrete. Einige kleben an meinen Beinen und wollen sie gar nicht mehr loslassen. Sie sind aufgeregt und schwer zu beruhigen, doch wir schaffen es schließlich sie auf Stühle zu setzen. Als erstes bekommen sie alle ein weißes T shirt von uns. Ein schönes Bild, der Weihnachtsmann zwischen allen Kindern mit weißem frischen T-Shirt.

Die Spannung steigt. Jetzt bekommt jedes Kind sein individuelles Geschenk. Die kleineren Kinder bekommen Malbücher oder Memory Spiele, die größeren Mädchen Barbie Puppen und die großen Jungen Puzzle oder Werkzeuge. Alle sind glücklich mit Ihren Geschenken. Sie bedanken sich bei mir. Ein breites Lachen erstrahlt ihr Gesicht.

Dann kommt der Höhepunkt für peruanische Kinder. Eine Pinata  (eine bunte Figur aus Pappmachee, gefüllt mit Süßigkeiten) wird aufgehängt. Besser gesagt, ich stelle mich auf einen Stuhl und halte sie in die Höhe. Sie ist ganz schön schwer, so muss ich öfters den Arm wechseln. Die Kinder schlagen mit einem Mazo (einem Plastikknüppel) auf die Pinata ein, bis sie kaputt geht und sich ein bunter Strom von Bonbons und anderen Köstlichkeiten auf die Köpfe ergiesst. Es wird sich um die Süßigkeiten gebalgt, erst dann kehrt Ruhe ein. Wir servieren das Weihnachtsmahl. Heute wird Pute aufgetischt. Schmatzend sitzen die Kinder am Tisch und lecken sich die Finger. Zum Nachtisch verteilen wir Kuchen, dann heißt es Abschied nehmen. Die Kinder sind traurig und winken uns hinterher. Sie fragen, ob wir nächstes Jahr wiederkommen. Ich muss lügen - möchte sie nicht noch trauriger machen.

Allen Spendern und Helfern für dieses Projekt recht herzlichen Dank. Besonderer Dank geht an die Firma Hazet, Werkzeuge, die eine größere Sachspende für diese Feier beigesteuert hat.

Wer unsere weiteren Projekte in Südamerika und Afrika unterstützen möchte, der kann dies tun unter Spendenkonto:

Kontoinhaber: Joachim von Loeben
Konto Nr: 17506411
Bankleitzahl: 120 300 00
SWIFT-BIC: BYLADEM 1001
Verwendungszweck: „Kilometerkauf“
DKB Bank


alle beiträge 8. Dezember 2008

Weihnachtsspendenaktion

Spendenaufruf für meine Weihnachtsaktion

Am Anfang möchte ich mich bei allen meinen Spendern bedanken, die mir in der Vergangenheit geholfen haben. Durch Eure Unterstützung konnten schon 10 Projekte in verschiedenen Ländern der Erde durchgeführt werden. Vielen bedürftigen Kindern wurde geholfen. Hier der LINK:
http://www.triparoundtheworld.de/aktuell/?page_id=52

Zu Weihnachten möchte ich an den Erfolg der letzten Weihnachtsaktion in Goa, Indien anknüpfen. Ich will in einem Waisenhaus in Lima, Peru zusammen mit 50 Kindern Weihnachten feiern. Das Besondere an dem Waisenhaus Vida de hogar – es handelt sich um Waisenkinder, die mit dem Aids Virus infiziert sind. Viele der Kinder haben nur noch eine kurze Lebenserwartung!

Im Rahmen der Vorbereitungen habe ich mit der Direktorin des Heims gesprochen. Zum Weihnachtsmahl wollte ich Spanferkel servieren, eine Spezialität in Peru. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Die Kinder können Schweinefleisch nicht vertragen. Danach fragte ich, ob ich Schokolade verteilen kann. Leider dürfen sie auch keine Schokolade essen, denn die starken Medikamente, die sie einnehmen haben ihre Lebern angegriffen. Trotz  der anfänglichen Hindernisse bin ich mir sicher, es wird eine schöne Weihnachtsfeier geben.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr meine Aktion finanziell unterstützt.

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Joachim von Loeben
Konto Nr: 17506411
Bankleitzahl: 120 300 00
SWIFT-BIC: BYLADEM 1001
Verwendungszweck: „Kilometerkauf“
DKB Bank

Das Geld sollte bis zum 16.12. auf dem Spendenkonto sein, denn ich muss noch die Einkäufe für die Feier tätigen.
Schon jetzt – vielen Dank für Eure Hilfe. Ich wünsche Euch allen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit.
Viele Grüsse
Joachim


alle beiträge 3. Dezember 2008

Brasilien: Bootsfahrt auf dem Amazonas

Ich fahre die Strasse BR 174 von Boa Vista nach Manaus. Die Strasse führt durch ein Indianerreservat. Ich traue meinen Augen nicht, da läuft ein halbnackter Mann mit Pfeil und Bogen direkt am Straßenrand herum. Ich dachte für derartige Bilder müsste ich erst kilometerweit in den dichtesten Urwald fahren. Vor der Dunkelheit wechsele ich noch schnell in einer Dorfwerkstatt meinen Hinterreifen. Es gibt kein spezielles Gerät, so müssen wir zu zweit den Mantel von der Felge lösen. Er hat nur 10.000 Kilometer durchgehalten.

Am nächsten Tag rolle ich nach Manaus ein. Dort treffe ich Pascal. Eine weitere Couchsurfing Bekanntschaft. Er arbeitet für eine Organisation zum Schutze der Yanomami Indianer im Nordwesten von Brasilien. Er ist großzügig. Er tritt mir sein Bett ab, während er in der Hängematte schläft. Am Abend fahren wir zur Ponta Negra, dort können wir bei einem kalten Bier den Sonnenuntergang über dem Rio Negro bestaunen.

Am nächsten Morgen stellen wir aller Hand Recherchen an. Ich möchte ein Teilstück der Transamazonica fahren - ein kleiner Traum von mir. Es stellt sich heraus, dass auf einer Strecke von 600 km kein Benzin zu beziehen ist. Hinzu kommt die schon etwas unsichere Wetterlage, es regnet viel und Regen verwandelt die Strasse in eine Schlammpiste. Wenn ich allein fahre, müssen die Konditionen hundertprozentig stimmen, denn erschwerend kommt noch hinzu, ich spreche kein Wort Portugiesisch. Ich muss auf ein Boot umsteigen. So eine Amazonasfahrt hat aber sicherlich auch seinen Reiz.

Am Abend treffe ich auf Jörg aus Deutschland. Er verdient sein Geld in Brasilien mit der Mitarbeiter Akquise für den Direktvertrieb von Parfum. Ein hartes Brot, wie er meint. Die Brasilianer springen auf diese Art von Geschäftsidee nicht an. Er will mir morgen bei der Bootssuche behilflich sein. Das finde ich sehr nett und gerne nehme ich das Angebot an.

Das Boot nach Porto Velho finden wir relativ schnell, denn heute fährt nur ein Schiff. Schwieriger gestalten sich die Verhandlungen über die Transportkosten, aber Jörg lebt schon seit 10 Jahren in Brasilien und er handelt für mein Motorrad und mich einen guten Preis aus. Für 4 Tage Schifffahrt rund 100 Euro! Das Motorrad muss zwischen einem Haufen von Kartons versteckt werden, denn eigentlich darf das Schiff keine betriebsbereiten Fahrzeuge transportieren. So verschwindet das Motorrad unter einem Haufen von Kartons mit Babywindeln. Davor werden noch etliche Paletten Bier gestapelt. Schiffschrauben, Autoreifen, Mehl, Farben, Baustahl, Wein, Speiseöl und gekühlter Fisch sind auch an Bord.

Jetzt gehen wir in die Stadt, um eine Hängematte für mich zu finden. Sie muss stabil genug sein, um 95 Kilo auszuhalten. Wir finden ein vertrauenswürdiges Modell, auf dem ich die nächsten 4 Nächte schlafen werde. Danach machen wir einen Streifzug durch den lokalen Obst und Gemüse-Markt. Er wird für mich zur Probierstube von exotischen Säften- Guayana, Assi und andere Früchte des Namen, ich schon wieder vergessen habe, wandern in meinen Magen.

Mein Schiff läuft gleich aus. Wir eilen zurück, um meine Hängematte zu spannen. Der beste Platz ist auf den Oberdeck vorne links. Auf der rechten Seite befindet sich der Auspuff des Schiffsmotors und hinten die Toiletten- beides Störfaktoren für einen geruhsamen Schlaf. Die Hängematten hängen dicht an dicht, oft sind es nicht mal zehn Zentimetern von Nachbarn zu Nachbarn. Auf meiner linke Seite schlafen Leonardo und Karina aus Argentien in einer! Hängematte, rechts Darren aus den USA.

Um acht Abends legen wir mit einiger Verspätung ab. Ein tolles Gefühl Manaus die Metropole vom Amazonas unter Licht zu verlassen. Unsere Fahrt führt acht Stunden über den Amazonas, danach geht es auf den Rio Madeira nach Porto Velho.

Früh am Morgen um 6,30 Uhr pfeift der Smutje dreimal mit der Trillerpfeife. Frühstück ist angerichtet, oder besser gesagt die brasilianische Version davon- Kaffee und ein Brötchen mit Butter.

Dann geht es auf das Sonnendeck. Dort öffnet der Bartender um sieben Uhr morgens seine Bar. Von nun ab beschalt laute Forro Musik das Sonnendeck bis Mitternacht. Wenn man nicht in  der Hängematte liegt, so hält man sich hier den ganzen Tag auf. Sieht die kleinen Dörfer am Rande des Flusses vorbeiziehen.Vereinzelt sieht man von Missionaren errichtete Kirchen. Im Fluss schürfen die Eingeborenen mit speziellen Schiffen nach Gold. Einige Fischer versuchen ihr Glück. Gelegentlich sehe ich am Flussrand Kinder im Wasser baden.

Ich verbringe die Tage mit Lesen und Tippen auf meinen Computer. Da geht mir natürlich die Musik manchmal auf den Geist, aber einen richtigen ruhigen Ort auf dem Schiff gibt es nicht.

Um elf Uhr wird das Mittagessen serviert. Es besteht aus Reis, Nudeln, Bohnen und Fleisch. Diese Speisefolge wird in den nächsten Tagen für Mittag- und Abendessen stoisch eingehalten. Gegen 18 Uhr taucht sich der Fluss in leichtes Rot die Sonne geht unter. Das Leben am Rand des Flusses kommt zum Erliegen. Auf unserem Schiff startet es jetzt erst richtig. Das Sonnendeck wird in eine Tanzfläche verwandelt. Mit meinen extravaganten Knotentanzeinlagen bekomme ich Applaus von den Brasilianern gespendet. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich.

Nach vier Tagen ohne Landgang und richtige Dusche erreichen Porto Velho und ich bin trotz der vielen interessanten Impressionen froh wieder Land unter den Füssen zu haben.


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